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Bodenaktivierung durch Biokohle

 

Ein Weg zur eigenen Terra Preta

 

Terra Preta, wie es die Indios schon lange betreiben, ist eine interessante Möglichkeit, aufgebaut auf dieses Wissen und weitere Forschungsergebnisse aus Deutschland und der Schweiz, im eigenen Gemüsegarten den Boden auch langfristig zu aktivieren. Mit der Biokohle als Ausgangssubstrat wäre dies doch einen Versuch wert. Bodenaktivierung durch Biokohle ist ein spannender neuer Weg!

Biokohle ansich ist aber kein Dünger, sondern “nur” der Träger der Nährstoffe und gleichzeitig der Wohnort der vielen Bodenmikroorganismen.

Daher ist es wichtig, wenn man nicht die ersten Jahre des Versuchs mit Biokohle Schiffbruch erleiden will, oder besser gesagt nur minimales Pflanzenwachstum erleben will, dass dieser Nährstoffträger erst richtig aktiviert oder auggeladen in den Kulturboden kommt.

Was würde sonst passieren ?  Die Biokohle wurde sich erst mal mit den Nährstoffen, die für die Pflanzen vorgesehen waren, selbst versorgen und aufladen. Erst nach einer gewissen Zeit der Besiedelung mit Mikroorganismen werden die Nährstoffe dann wieder frei nach dieser Hungerphase für unsere Gemüsepflanzen.

Biokohle ist enorm porös, so kann sie das 5fache des eigenen Gewichts alleine an Wasser speichern. Dank der grossen Kationenaustauschkapazität wird ein Auswaschen von mineralischen wie auch organischen Nährstoffen verhindert. Für Mikroorganismen wird idealer Lebensraum geschaffen. Selbst unsere Helfer, die Regenwürmer, nutzen Biokohle!

 

Bodenaktivierung durch Biokohle

 

Zum Aufladen der Biokohle gibt es recht einfache Möglichkeiten. Als Biogärtner wählen wir nicht die schnelle Art über Mineraldünger, bei dem man aber schauen sollte, dass nicht nur N,P,K und Mg drin ist. An genügend Feuchtigkeit denken!

Mit tierischem Mist, da wird zuvor die Biokohle gut eingeweicht, gut ist es, Viehmist von unterschiedlichen Tieren zu nehmen, wer kann, gut mit Stroh vermengt und schon ein Jahr verrottet. Im Verhältnis 4 Teile Biokohle zu 1 Teil Mist.

Das ganze immer wieder vermischen, nach 3-4 Wochen kann man das aufgeladene Substrat dann auf der Gemüsebeet ausbringen, nicht zu dick, lieber häufiger in den nächsten Jahren. Dabei leicht in die obere Erdschicht einharken.

Die wohl beste und auch einfachste Weg der Aktivierung ist die Aufladung mit gutem und reifen Kompost. Im Verhältnis 1:1 im feuchten Zustand Schicht für Schicht aufbauen und dann im Laufe der Zeit gut vermischen, nach einer 3-4 wöchigen Zeit des Aktivierens ist diese Biokohle dan auch für das Gemüsebeet oder den Blumenkasten bereit.

 

Biokohle woher?

 

Biokohle kann man so nicht kaufen unterdiesem Begriff, wie also dran kommen. Biokohle ist nichts anderes wie nicht ganz verbranntes Holz, am Lagerfeuer, wenn die Glut wärmt, gelöscht, hat man Biokohle. Am besten ist Buchenholz, also beim nächsten Grillen oder Stockbrot machen auch für den Garten vorsorgen.

Eine andere Möglichkeit ist ein Sack Grillkohle, ich zerkleinere diese, indem ich sie in einem Sack kräftig trete. Aufpassen, dass es aber heimische Gehölze und möglichst Buche ist.

Viel Erfolg mit der eigenen Terra Preta wünscht Gartenprodukte.org !

Weitere Informationen zur Aktualität der angezeigten Preise findest du hier. Letztes update war am 19.11.2018 um 17:25 Uhr / Affiliate Links / Bildquelle: Amazon Partnerprogramm

4 Antworten auf Bodenaktivierung durch Biokohle

  • Einen schöner Artikel zu einem doch sehr neuem Mittelchen. Eine Ergänzung hätte ich jedoch. Biokohle ist nicht nur einfach verbranntes Holz. Eigentlich werden für richtige Biokohle auch noch Grünschnittabfälle verwendet. Auch ist die Art der Verkohlung wichtig. Damit wirklich auch ein Effekt eintritt, sollte so genannte pyrolysierte Kohle verwendet werden. Ansonsten kann es auch böse Überraschungen geben, wie ich selbst festgestellt habe.
     
    Viel Freude an jedem der es probieren will.

    PS: Das Aktivieren ist wirklich sehr wichtig. Anfangs habe ich gedacht, es geht auch ohne. Bis ich merkte, dass ich ganz schön viel düngen musste.

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    ich bin eine Studentin der Martin Luther Universität Halle Wittenberg und studiere Management natürlicher Ressourcen im 7. Semester.
    Ich belege das Wahlpflichtmodul „Bodenökologische Projektübungen“ bei Herrn Prof. Dr. Bruno Glaser, welcher auf Terra Preta im Zusammenhang mit Pflanzenkohle spezialisiert ist.
    Als Modulsprecherin soll ich eine Wissenschaftliche Arbeit über unterschiedliche kommerzielle Pflanzenkohle-Produkte schreiben, sowie halten. Diese Wissenschaftliche Arbeit soll unter anderem dazu dienen, dass wir adäquate und effiziente Vergleiche über die einzelnen Produkte erfahren, um ein geeignetes Pflanzenkohleprodukt für unsere Studienforschungen zu finden.
    Zu den wichtigsten Kriterien gehören: Welche Zutaten sind enthalten? Wie viel davon wird wo hergestellt? Wie ist die (düngerwirksame) Zusammensetzung? Wie sieht es mit der Zulassung aus? Und wo kann man diese zu welchem Preis kaufen?
    Ich freue mich darauf ihr Produkt näher kennen zu lernen und verbleibe in freudiger Erwartung.
    Herzlichst Denise Friemann

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